So bewegen Sie sich vor Ort in Burgenland

Sie wollen wissen, wie man in unserem schönen Bundesland am besten von A nach B kommt? Wir zeigen Ihnen, wie die Mobilität in Burgenland wirklich funktioniert. Ob Sie Einheimischer sind, der täglich zur Arbeit pendelt, oder ein Gast, der die Schönheit unserer Region erkunden möchte – die Art der Fortbewegung ist entscheidend. Hier erhalten Sie einen realistischen und praxisnahen Überblick über alle Optionen, von den Schienen der ÖBB bis zu den Radwegen entlang des Neusiedler Sees. Wir blicken nicht nur auf den aktuellen Zustand, sondern auch auf die politischen Weichenstellungen, die für die Zukunft nötig sind.

Öffentlicher Verkehr: Das Rückgrat der regionalen Mobilität

Ein funktionierender öffentlicher Verkehr ist für eine lebendige Region wie das Burgenland unverzichtbar. Er verbindet die Menschen mit ihren Arbeitsplätzen, Schulen und Versorgungszentren und ist ein zentraler Faktor für die Lebensqualität. Die Hauptlast tragen dabei die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mit ihrem Zugnetz und der Burgenlandbus als wichtigster Busbetreiber im Landesverkehr. Diese Systeme bilden das Grundgerüst, auch wenn es an manchen Stellen noch hakt.

Züge: Anbindung an Wien und die Nachbarbundesländer

Das burgenländische Schienennetz ist vor allem auf die Ost-West-Achse ausgerichtet. Das Herzstück ist der ÖBB Regionalexpress (REX) 3, der von Wien über Neusiedl am See nach Eisenstadt führt. Diese Verbindung ist für Pendlerinnen und Pendler in die Hauptstadt von enormer Bedeutung. Weitere wichtige Linien sind der REX 7 nach Graz und der REX 62 ins südliche Burgenland. Die S-Bahn Burgenland (Linie S60) verdichtet das Angebot im Norden und Osten des Landes. Wichtig zu wissen: Die Takte sind außerhalb der Hauptverkehrszeiten oft ausgedünnt, besonders am Wochenende.

Busse: Die Feinerschließung für Dörfer und Städte

Während die Züge die großen Linien bedienen, übernimmt der Bus die Feinerschließung. Das Netz der Burgenlandbusse ist weit verzweigt und erreicht auch viele kleinere Gemeinden in den Bezirken wie Oberwart und Jennersdorf. So sind Orte wie Rotenturm an der Pinka oder Mogersdorf an das regionale Zentrum angebunden. Besonders in den Schulzeiten ist das Angebot gut, in den Ferienzeiten und am Nachmittag kann es jedoch lange Wartezeiten geben. Die Verknüpfung von Bus und Bahn, beispielsweise am Bahnhof Oberwart oder in Güssing, ist ein ständiger Verbesserungspunkt.

  • Wichtigste Bahnlinie: REX 3 (Wien – Neusiedl am See – Eisenstadt).
  • Wichtigster Busbetreiber: Burgenlandbus (BLB).
  • Beispiel Bezirk Oberwart: Buslinien wie die 1650 (Oberwart – Pinkafeld) oder 1670 (Oberwart – Rechnitz) erschließen den Bezirk.
  • Ticket-Tipp: Das Burgenland-Tarifnetz (BTN) ermöglicht nutzerfreundliches Umsteigen zwischen Bus und Bahn.

Mit dem Auto unterwegs: Straßen, Parken und regionale Besonderheiten

Das Auto ist im ländlich geprägten Burgenland nach wie vor das meistgenutzte Verkehrsmittel. Das Straßennetz ist grundsätzlich gut ausgebaut, allerdings kommt es vor allem zu den Stoßzeiten auf den Hauptachsen zu Engpässen. Die Parkraumsituation in den wachsenden Bezirkshauptstädten wird zunehmend zur Herausforderung, die neue Konzepte erfordert.

Autobahnen und Schnellstraßen: Die großen Achsen

Für die überregionale Verbindung sind die A3 (Südautobahn) an der westlichen Landesgrenze und die A2 (Südostautobahn) Richtung Graz entscheidend. Die wichtigste innerburgenländische Verbindung ist die S31 Burgenland Schnellstraße, die von der ungarischen Grenze bei Klingenbach über Eisenstadt bis zur A3 bei Trausdorf verläuft. Sie entlastet die parallel führende, oft überlastete B50. Weitere wichtige Bundesstraßen sind die B57 nach Oberwart und die B58 ins Jennersdorfer Land.

Parken in den Bezirkshauptstädten: Wo es am besten klappt

In den Zentren von Eisenstadt, Neusiedl am See und Oberwart ist Parken oft mit Kosten und Suche verbunden. Es gibt jedoch sinnvolle Alternativen:

OrtPark & Ride-AngebotKostenlose Parkzonen am Stadtrand
EisenstadtP+R am Bahnhof, gute Anbindung an StadtbusBegrenzt, z.B. in der Schlosspark-Nähe
Neusiedl am SeeDirekt am Bahnhof Neusiedl am See als wichtigem VerkehrsknotenParkplätze an der Sportplatzallee, dann zu Fuß in die Innenstadt
OberwartAm Busbahnhof / BahnhofParkplätze beim Einkaufszentrum am Stadteingang

Radfahren in Burgenland: Mehr als nur ein Trend

Das Burgenland ist mit seiner flachen bis hügeligen Landschaft ein Paradies für Radfahrer. Der Ausbau des Radwegenetzes schreitet voran, auch wenn es im Alltagsverkehr noch Luft nach oben gibt. Für Touristen und Genussradler ist die Infrastruktur bereits sehr attraktiv.

Fernradwege für Genussradler

Der absolute Star ist der Neusiedler See-Radweg, der als Teil des EuroVelo 9 (Ostsee-Adria) den gesamten See umrundet. Er ist bestens ausgeschildert und führt durch ein einzigartiges Natur- und Kulturgebiet. Ein weiteres Highlight ist der Pinka-Radweg, der von der steirischen Grenze durch den Bezirk Oberwart bis nach Ungarn führt. Diese Fernwege sind perfekt für Tagesausflüge oder mehrtägige Radreisen.

Alltagsradeln in den Städten

In den Städten wird das Fahrrad zunehmend als ernsthafte Alternative gesehen. In Eisenstadt gibt es mit Nextbike ein öffentliches Fahrradverleihsystem, das kurze Strecken innerhalb der Stadt erleichtert. Die Radinfrastruktur in den Ortskernen wird schrittweise verbessert, oft aber noch von parkenden Autos beeinträchtigt. Unsere Forderung sind sichere, durchgängige Radwegeverbindungen von den Wohngebieten zu Schulen, Ämtern und Bahnhöfen.

Zu Fuß gehen: Die Basis der Nahmobilität

Die einfachste Form der Mobilität wird oft stiefmütterlich behandelt. In den historischen Ortskernen, wie der Fußgängerzone in Jennersdorf oder der Altstadt von Eisenstadt, ist das Gehen ein Genuss. Die Situation ändert sich jedoch rapide, sobald man die Kernzonen verlässt. In vielen ländlichen Gemeinden und Vorortsiedlungen fehlen durchgängige und breite Gehwege, oft enden sie einfach im Nichts. Dies ist besonders für Kinder, ältere Menschen und Personen mit Mobilitätseinschränkungen ein großes Problem. Eine fußgängerfreundliche Gemeinde ist eine lebenswerte Gemeinde – hier muss mehr investiert werden.

Alternative Mobilitätsformen: Vom Taxi bis zum E-Scooter

Neben den klassischen Verkehrsträgern gibt es eine Reihe von Alternativen, die je nach Region unterschiedlich stark verbreitet sind. Sie können vor allem für die “letzte Meile” oder in Situationen, in denen kein eigener Pkw zur Verfügung steht, eine gute Lösung sein.

Taxi und Rufbusse für die letzte Meile

In allen Bezirksstädten und größeren Gemeinden gibt es zuverlässige Taxiunternehmen, die oft auch als Funk- oder Ortstaxi fungieren. Für Regionen mit sehr dünnem Linienbusverkehr gibt es in einigen Gemeinden Rufbusse oder Anrufsammeltaxis (AST). Diese müssen jedoch im Voraus gebucht werden und sind oft nur zu bestimmten Zeiten verfügbar. Eine Ausweitung dieser flexiblen Systeme sehen wir als essenziell für die Grundversorgung in ländlichen Räumen.

Carsharing und E-Roller: Status Quo in der Region

Carsharing-Angebote sind im Burgenland noch eine Seltenheit und beschränken sich im Wesentlichen auf einige Initiativen in Eisenstadt. E-Scooter von großen Anbietern sind ebenfalls nicht flächendeckend vorhanden, vereinzelt sieht man sie in Neusiedl am See oder in Bad Tatzmannsdorf im touristischen Kontext. Die Potenziale dieser shared Mobility werden bei uns noch lange nicht ausgeschöpft.

Barrierefrei unterwegs: Eine politische und praktische Aufgabe

Echte Mobilität muss für alle Menschen zugänglich sein. Die Realität sieht leider oft anders aus. Zwar wurden Bahnhöfe wie der Bahnhof Neusiedl am See als wichtiger Verkehrsknoten in den letzten Jahren mit Aufzügen und taktilen Leitstreifen ausgestattet, aber viele andere Stationen, besonders im Südburgenland, sind nur eingeschränkt oder gar nicht barrierefrei erreichbar. Auch bei den Bussen des Burgenlandbusses gibt es zwar Niederflurfahrzeuge, doch der barrierefreie Zugang zum Bahnsteig oder zur Haltestelle ist nicht überall gewährleistet. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf. Barrierefreiheit ist keine freiwillige Leistung, sondern ein Menschenrecht.

Touristische Mobilität: So kommen Gäste gut an und weiter

Für den Tourismus, eine wichtige Säule der burgenländischen Wirtschaft, ist ein gut funktionierendes und verständliches Mobilitätssystem entscheidend. Gäste sollen auch ohne eigenes Auto die Vielfalt des Landes entdecken können.

Anreise aus der Ferne

Der wichtigste internationale Ankunftspunkt ist der Flughafen Wien-Schwechat (VIE). Von dort gelangt man mit dem CAT oder S-Bahn-Zügen zum Wiener Hauptbahnhof und weiter mit dem REX 3 direkt ins nördliche Burgenland. Auch die Anreise mit dem Fernbus nach Eisenstadt oder Oberwart ist möglich. Für Gäste mit dem eigenen Auto sind die Autobahnen und Schnellstraßen gut ausgeschildert.

Mobilität vor Ort für Touristen

Im Sommer ist das “See-Shuttle”, ein spezieller Busservice rund um den Neusiedler See, eine beliebte und umweltfreundliche Option. Die Burgenland Card bietet in manchen Paketen auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder Leihfahrräder an. Unsere Empfehlung für Touristen: Nutzen Sie für die Anreise den Zug und vor Ort die Kombination aus Leihfahrrad, regionalen Bussen und den speziellen Touristen-Shuttles. So erleben Sie das Land intensiv und nachhaltig.

Die Zukunft der Mobilität: Unsere politischen Forderungen für Burgenland

Als Bündnis Liste Burgenland im Landtag treten wir für eine grundlegende Wende in der Mobilitätspolitik ein. Unser Ziel ist ein leistbares, verlässliches und ökologisch nachhaltiges System, das allen Bürgerinnen und Bürgern gleiche Chancen bietet. Dafür braucht es mutige Investitionen und klare politische Prioritäten.

Öffentlicher Verkehr: Mehr Takt, mehr Verbindungen

Wir fordern einen flächendeckenden 30-Minuten-Takt auf den wichtigsten Bahnstrecken (REX 3, S60) sowie einen verdichteten und verlässlichen Taktverkehr im Busnetz, der auch außerhalb der Schulzeiten funktioniert. Die Verknüpfung von Bus und Bahn muss durch abgestimmte Fahrpläne und gemeinsame Tarifsysteme optimiert werden. Der Ausbau von Park&Ride-Anlagen an allen wichtigen Bahnhöfen ist dafür eine Grundvoraussetzung.

Energiewende auf der Straße: Laden und fördern

Die Verkehrswende braucht auch eine Energiewende. Wir setzen uns für den raschen Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos in allen Gemeinden und entlang der Hauptverkehrsachsen ein. Gleichzeitig müssen Radschnellwege zwischen den größeren Siedlungsgebieten und den Wirtschaftszentren geschaffen werden, um das Fahrrad als alltagstaugliches Verkehrsmittel zu stärken. Die Förderung von Carsharing- und Rufbussystemen gerade im ländlichen Raum ist ein weiterer Baustein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie komme ich am besten vom Flughafen Wien ins Burgenland?

Die bequemste Möglichkeit ist die Bahn: Nehmen Sie den Flughafen-Express (CAT) oder die S-Bahn (S7) zum Wiener Hauptbahnhof (Hauptbahnhof Wien). Von dort fährt der REX 3 direkt nach Neusiedl am See und Eisenstadt. Die Fahrt dauert ab Hauptbahnhof etwa 45-60 Minuten.

Gibt es ein einheitliches Ticket für Bus und Bahn im Burgenland?

Ja, das Burgenland-Tarifnetz (BTN) ermöglicht es, mit einem Ticket sowohl Busse des Burgenlandbusses als auch Züge der ÖBB innerhalb des Burgenlands zu nutzen. Tickets können direkt beim Busfahrer, an ÖBB-Automaten oder über die ÖBB-App gekauft werden.

Ist der Bahnhof Neusiedl am See barrierefrei?

Ja, der Bahnhof Neusiedl am See als wichtiger Verkehrsknoten wurde modernisiert und verfügt über Aufzüge zu den Bahnsteigen und taktile Leitstreifen. Er ist damit einer der besser ausgestatteten Bahnhöfe im Land.

Wo kann ich im Burgenland Fahrräder ausleihen?

In Eisenstadt gibt es das Nextbike-System. Darüber hinaus bieten viele Tourismusverbände, Hotels und spezialisierte Fahrradverleihe rund um den Neusiedler See und entlang der großen Radwege wie dem EuroVelo 9 Leihräder an, oft auch E-Bikes.

Was fordert die Bündnis Liste Burgenland konkret für die Mobilität?

Unsere Kernforderungen sind: Ausbau des 30-Minuten-Takts bei Bahn und Bus, Schaffung sicherer Radschnellwege, flächendeckender Ausbau der E-Ladeinfrastruktur und massive Investitionen in die Barrierefreiheit aller Verkehrsanlagen. Mobilität muss für alle leistbar und zuverlässig sein.

Letztlich geht es uns darum, dass Mobilität in Burgenland für alle leistbar, zuverlässig und nachhaltig wird – dafür setzen wir uns im Landtag ein. Es ist Zeit, die Weichen richtig zu stellen für ein modernes Burgenland, das gut verbunden ist und trotzdem seine Lebensqualität bewahrt.